Narben

Narben können stigmatisieren und ausgrenzen, die Mobilität einschränken, das Selbstwertgefühl aufbrauchen. In manchen Kulturkreisen werden sie beabsichtig zugeführt um soziale Stellung und Zugehörigkeit zu bezeugen. Narben bleiben ein Leben lang. Im Rahmen der rekonstruktiven Chirurgie behandeln wir vor allem Verbrennungsnarben und Verbrennungskontrakturen sowie Narben nach Säureverletzungen. W- oder Z-Plastiken, lokale Lappenplastiken, Haut- und Haartransplantationen sowie gestielte und freie Lappenplastiken braucht es je nach Größe und Lokalisation der Narben, um ein Höchstmaß an Funktionalität und Ästhetik zu gewährleisten. Im Rahmen einer umfassenden Untersuchung und der Erstellung eines Therapieplans muss über das Mögliche und Machbare gesprochen werden. Bei ausgeprägten Befunden können mehrere chirurgische Interventionen notwendig sein. In manchen Fällen muss ein gesundes Hautareal unter Verwendung eines Expanders vorgedehnt werden. In seltenen Fällen kann auf dem Boden einer alten Narbe (nach Verbrennung, Bestrahlung) ein bösartiges Narbenkarzinom entstehen, welches leitliniengerecht reseziert werden muss. Der großflächige Defekt braucht häufig eine aufwendige Defektdeckung mittels freier Lappenplastik. Eine erhabene (hypertrophe) oder verbreiterte (atrophe) Narbe nach operativen Eingriffen (Kaiserschnitt, Blindarmnarbe) oder infolge eines Unfalls kann meist in lokaler Betäubung unter Verwendung speziellen Nahtmaterials korrigiert werden. Narbenwucherungen (Kelodie) bedürfen eines multimodalen Vorgehens mit intraläsionaler Exzision, Kortisoninjektion (alternativ Vereisung) und einer anschließenden Bestrahlung und ergänzender Kompressionstherapie. Aknenarben sowie Schwangerschaftstreifen können mit einem Narbenroller und zusätzlicher Nano-Fat Injektion behandelt werden.